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Interview - Jerry und John (Blutmond)

The Revolution Is Dead! The Revolution Is Dead! Blutmond

Manche Alben werden zu Recht zensiert oder indiziert, wenn die Texte zu menschenverachtend, zu vulgär, zu bescheuert oder, im Fall von allen Hip-Hop Alben, alle drei zusammen sind. Was gerade die Schweizer Band „Blutmond“ beschäftigt, dürfte allerdings aus diesem Raster herausfallen. Momentan werden die Jungs von allen Seiten aufgrund...

...des neuen Albumcovers ihrer CD „The Revolution is Dead!“ beschossen. Nicht nur Amazon meldet bedenken an, auch wird die Band von Seiten Facebook mit Löschung bedroht. Aus unseren Augen Zeit für ein klärendes Gespräch mit John und Jerry von Blutmond.


UG: Servus ihr Zwei! Zu allererst: Wo genau ist das Problem mit eurem Album? Was kann man, bzw. was kann man nicht auf dem Cover sehen?

Jerry:
Der Kern des Problems liegt klar beim Artwork, genauer beim Frontcover. Darauf sieht man ein leicht bizarr anmutendes, beinahe geschlechtsloses Mannequin, welchem die Augen verbunden sind und ein Megafon in die Hand gedrückt wurde.

John:
Was man jedoch mit Sicherheit nicht sehen kann: Etwas zu Zensierendes.

Jerry:
Was ganz klar darauf hindeutet, dass einmal mehr ziemlich unsachlich aussortiert wurde.


UG: Ohne Zweifel! Der Titel eures neuen Albums „The Revolution Is Dead!“ ist auch ziemlich doppeldeutig zu verstehen. Um was genau geht es euch bei dem Longplayer und was bedeutet das Cover in Verbindung mit der Scheibe?

Jerry:
Wir alle sind über das Ziel hinausgeschossen! Wir verstehen den Konsens zwischen Bescheidenheit und Fortschritt nicht mehr, dabei drehen wir uns immer schneller in der Spirale aus Angst und Gleichgültigkeit. Die Evolution machte aus dem Affen einen Menschen, dieser hingegen verfällt dem Narzissmus und erklärt sich selber für revolutionär. Er irrt sich gewaltig. Das, nicht mehr und nicht weniger soll "The Revolution Is Dead!" zum Ausdruck bringen. Diese Blindheit - die Augenbinde. Diese selbstgefällige Wollust - die Pose. Die Unfähigkeit sich trotz Möglichkeit adäquat mitzuteilen - die fehlende Visage und das Megafon. Und der Exhibitionismus - Titten, aber keine Nippel. Weder Mann noch Frau. Nicht halb voll, aber auch nicht halb leer. Weder explizit noch zweideutig...

John:
...kurz: Die Schlampe will gehört werden! Aber niemand kann sie verstehen.


UG: ... und wie kam Amazon und vor allem wie kam Facebook wegen diesem "Neutrum" auf dem Cover auf euch zu?

Jerry:
Nun, wäre einer von denen jemals auf uns zugekommen, wären wir nur all zu gerne auf die zuständigen Damen und Herren eingegangen. Tatsache aber ist: Sobald etwas auch nur annähernd sauer aufstösst, wird gar nicht erst diskutiert, nein. Es wird sofort eliminiert, was in unserem Fall hieß, dass erst Amazon Amerika und Amazon Deutschland unser Artwork mit Natalja, so heisst die Puppe auf dem Cover, nicht ganz korrekt fanden und folglich den Vertrieb, Sony Entertainment, darum baten das Cover zu entschärfen, respektive zu zensieren. Der Vertrieb in Japan hingegen bat gar nicht erst um eine Änderung, sondern bezeichnete das Artwork viel lieber gleich als eindeutig pornografisch! Wie auch immer, daraufhin wurde unser Label Code666 auf die Problematik aufmerksam gemacht, welches natürlich genauso negierte bei dieser völlig verpeilten Forderung, was halt etliche Diskussionen zur Folge hatte und letztlich das Release im genannten Versand, der ja nicht ohne Wichtigkeit ist, sich bis auf Januar verzögern wird. Letzteres ist uns eigentlich herzlich egal, was uns aber definitiv auf den Piss geht ist die Tatsache, dass man wegen solch subjektiv empfundener Anstößigkeit solche Scheißereien auf sich nehmen muss um dann eine einfache CD verkaufen zu dürfen. Am ehesten hätten wir so was von iTunes oder Ebay erwartet, bekanntlich gibt's da haufenweise Probleme in die Richtung.

John:
Glücklicherweise laufen solche Aktionen wie bei Amazon immer via Label. Wir sind viel zu hysterisch und debil um solche heiklen Angelegenheiten in aller Ruhe zu lösen.

Jerry:
Absolut, haha. Bei Facebook war die Sache dann die, dass wir, wohl ebenfalls aufgrund des Covers, ohne jegliche Vorwarnung mit einer Mail angeblich wiederholt aufgefordert wurden, unverzüglich alle, ich zitiere, verbotenen Inhalte zu löschen, da ansonsten die Seite innerhalb der nächsten 24 Stunden vom Server genommen würde. Natürlich konnten wir keinen der zuständigen Admins erreichen, trotz der vielen Kanäle. Es ist einfach diese Willkür, die geht uns gewaltig auf den Sack. Und wir wissen, dass wir nicht die Einzigen sind! Der User ist komplett machtlos und den Moralvorstellungen dieser Konzerne völlig ausgeliefert, was in unseren Augen definitiv ein Missstand darstellt. Der einfache Noob bis zum kommerziell orientierten Künstler hat hier definitiv ein Durchsetzungsproblem... das kann passieren wenn Unternehmen im Web eine Monopolstellung innehaben.


UG: Klingt nach altbekannter Manier von Facebook, erst löschen, dann fragen - Was war eure erste Reaktion auf die Drohung, eure Bandpage zu löschen?

John:
Ich musste mich mal ausgiebig am Sack kratzen. Dann wurde ich sauer. Danach fand ich es unglaublich lustig, danach hatte ich Hunger, dann wurde ich wieder sauer.

Jerry:
Ich musste ebenfalls lachen und fühlte mich ziemlich bestätigt. Danach kam der Drang auf ein kleines Statement auf Facebook zu veröffentlichen, denn sollte der Zuckerberg uns wirklich auf dem Kieker haben, dann wüssten die Leute wenigstens aus welchem Vorwand.


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UG: Und wie hat sich euer Label Code666 bzw. Aural Music und Sony als Distributor verhalten?

John:
Unser Label bezieht ganz klar dieselbe Stellung wie wir: Kunst darf nicht zensiert werden. Schon gar nicht wenn es total an den Haaren herbeigezogen ist. Punkt.


UG: Du sagst Kunst darf nicht zensiert werden, aber wann ist aus eurer Sicht eine Indizierung bzw. eine Zensur eines Albums überhaupt gerechtfertigt?

John:
Zensur ist niemals gerechtfertigt. Jedoch bin ich persönlich gegen Hetze auf politischer Basis. Also wenn Kunst hauptsächlich dazu genutzt wird, statt als Ausdrucksweise. Obwohl es wiederum inkonsequent wäre hier zu zensieren... ein Teufelskreis!

Jerry:
Was wir nun aber aus eigener Erfahrung sagen können: Wer Richtlinien, Commons oder Guidelines ganz klar verletzt, der soll sich nicht wundern wenn ihm plötzlich der Account gelöscht wird, CD's vom Netz genommen werden oder, wie bei Rammstein, die Familienministerin höchstselbst dafür sorgt, dass man auf dem Index landet! Wobei letzteres natürlich genauso willkürlich passierte. Rammstein sind ja nicht Eisregen, haha!


UG: Gibt es eine „Lehre“ die ihr aus der ganzen Sache für euch gezogen habt?

John:
Nein. Es gibt keine Lehre daraus, wir lassen uns nicht den Mund verbieten.

Jerry:
Wenn, dann höchstens, dass man seinen Bandaccounts niemals zu viel Bedeutung beimessen sollte, welche im Web 2.0 angelegt wurden! Dann lieber gar keine Homepage oder dann einfach eine gute alte, eigens erstellte Website. Old Skool, Alter!

John:
Wir sind aber Musiker, keine behinderte Frontpage-Nerds!

Jerry:
Frontpage, gibt's das noch? Ach ja und Bono von U2 ist tatsächlich der grösste Kackhaufen auf der Welt (betont das "K" absichtlich). Wusstest du, dass 1% von Facebook dem Lutscher gehören? Kein Scheiß!

John:
Das erklärt auch, warum Facebook für Bands schon lange nicht mehr kostenlos ist...

Jerry:
...korrekt, jemand muss ja schließlich deren exorbitante Bühnenshow bezahlen.

John:
Die sollen mit der Kohle lieber ihre Musik mal erträglich machen!

Jerry:
*Bro' Fist*

John:
*Bro' Fist*


UG: Gesunde Einstellung von kaputten Geistern, sollte es so weit kommen wird euch UG auf jeden Fall rächen, wir wissen zwar noch nicht wie, aber Bono wird leiden ^^ - Im Undergrounded HQ warten wir auf jeden Fall schon gespannt auf eure neue Platte und wünschen euch genug Rückhalt von Seiten der Fans und eures Labels, dass ihr euren Kurs beibehalten könnt!


Das Interview führte Grave von Undergrounded und John und Jerry von Blutmond. Mehr Infos hierzu findet ihr unter:

Blutmond Store

MySpace


 

Letzte Änderung am Dienstag, 18 Dezember 2012 00:05
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